Nachrichten: Schifffahrt
Folgende Nachrichten stehen für Sie zur Auswahl:
» Das Auf und Ab an den Schifffahrtsmärkten
» Das größte Containerschiff der Welt
» Energiefresser auf den Meeren
» Experten befürchten Megastaus im Hafen
» Schiffsfonds sorgen für Stabilität
» Trend zu größeren Containerschiffen geht zu Ende
» Trend zu größeren Containerschiffen geht zu Ende
Eine Mehrheit der deutschen Reeder sieht laut einer Umfrage das Ende des Wachstums bei Containerschiffen gekommen. Etwa 2/3 sind der Ansicht, dass mit den derzeit größten Schiffen mit einer Kapazität von rund 13.000 Standardcontainern das Maximum auf Jahre hinaus erreicht sein wird, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage unter 20 großen deutschen Schifffahrtshäusern ergab. Bestimmend auf den Meeren werden demnach künftig eher Schiffe mit einer Kapazität von 8.000 bis 10.000 Containern sein.
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» Energiefresser auf den Meeren
Auf den Weltmeeren fahren etwa 90 000 Handels- und Passagierschiffe. Die meisten von ihnen nutzen als Motorbrennstoff sondermüll-ähnliche Rückstände, die in Raffinerien anfallen. Dadurch gelangen gesundheitsgefährdende Stickoxide, Schwefeldioxide sowie Feinstaub in die Atmosphäre. Die "Queen Mary 2" benötigt täglich etwa so viel Strom wie 200 000 Haushalte, der durch die Schiffsmotoren produziert werden muss.
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» Das größte Containerschiff der Welt
Die "Emma Maersk" ist einfach nur groß. 22 Stockwerke hoch über dem Wasserspiegel hat Kapitän Henrik Solmer in 52 Metern Höhe seinen Arbeitsplatz. Von dort schaut er nach vorn knapp 200 Meter über sein Schiff, nach hinten ist die Distanz unwesentlich kürzer. Der Weitblick von der 56 Meter breiten Brücke des mit 397 Metern Länge größten Frachtschiffes der Welt bedeutet für die dänische Reederei Maersk neue wirtschaftliche Perspektiven.
Seit Jahren geistern Pläne für Riesenfrachter der so genannten Super-Postpanmax-Klasse wie ein "fliegender Holländer" durch die Schifffahrtswelt. Im Hafen von Rotterdam lüftet Maersk den Vorhang. Mit mehr als 11.000 Standardcontainern (TEU) kann die "Emma Maersk" rund ein Drittel mehr Fracht tragen als die bislang größten Schiffe.
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» Das Auf und Ab an den Schifffahrtsmärkten
Sie können einen schon zur Verzweiflung bringen, all diese widersprüchlichen Nachrichten aus der Containerschifffahrt: Ein Artikel berichtet über Rekordablieferungen von Boxschiffen direkt daneben steht eine Story über drohendes Unheil am Containermarkt. Hier geht es um die Ablieferung von neuen Riesenschiffen und dort geht ein Carrier Pleite und lässt seine Vercharterer mit Schiffen dastehen, die fröhlich Geld kosten ohne aber Geld einzufahren. Was ist also dran an all diesen Meldungen? Geht es mit der Containerschifffahrt aufwärts oder abwärts? Wie so oft im Leben lässt sich diese Frage nicht befriedigend beantworten. Wie schon erwähnt, kommt es auf die jeweilige Sichtweise an. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Perspektiven müssen dabei voneinander getrennt werden.
Zuerst gibt es die Sichtweise der Hafenwirtschaft: Verlader, Hafenverwaltungen und Terminalbetreiber sind sich darüber einig, dass der Containerverkehr auch in den nächsten Jahren weiter boomen wird. Er wächst analog zum Anstieg der Produktion und des Seehandels. Konsumgüter werden heute an einem Ende der Welt produziert, um dann am anderen gekauft, gebraucht, verbraucht und entsorgt zu werden. Galt dies vor einigen Jahrzehnten nur für spezielle Warengruppen, so weitet sich die Güterpalette heute immer mehr aus: Ein Ende dieses Trends ist kaum abzusehen und der Seecontainer bleibt für fast alle Konsumgüter das Transportmittel Nummer Eins. Strittig ist also nicht die Frage, ob es ein weiteres Wachstum geben wird, sondern lediglich die Höhe dieses Wachstums. Unabhängig hiervon gilt jedoch, dass sich die Häfen mit der Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten auf dieses kontinuierliche Wachstum werden einstellen müssen, sofern sie nicht schon vorgesorgt haben. Terminalkapazitäten sind gegenwärtig knapp und werden es auch für eine geraume Weile bleiben. Auch die Hinterlandanbindungen der Häfen müssen ausgebaut werden, um nicht unter dem steigenden Transportvolumen zusammenzubrechen. In diesem Sektor zahlt also mittelfristig und zuvorderst das absolute Wachstum: Es zählt jede Tonne und jede Stahlbox.
Anders sieht es für die Reeder aus: Hier ist in den nächsten Jahren das relative Wachstum, also die Relation von Kapazitätsangebot und -nachfrage entscheidend. Dieses Verhältnis könnte sich trotz Transportboom aus Reedersicht ungünstig entwickeln: Zwar wächst die weltweite Transportnachfrage stetig, doch das Angebot an Tonnage wächst gegenwärtig schneller als die ihm gegenüberstehende Nachfrage. Zusätzlich drücken exorbitante Bunkerpreise auf die Profitmargen der Schifffahrtsgesellschaften. Auch die Neubaupreise für Schiffe sind hoch. Konnte in den letzten Jahren noch fast jedes Containerschiff erfolgreich betrieben werden, so ist heute nicht sicher, welcher Nachfrage am Markt ein kostspieliger Neubau von heute in einigen Jahren gegenübersteht. Diese zyklischen Schwankungen von Nachfrage und Tonnageangebot sind allerdings nichts Neues: Die Containerschifffahrt kennt sie seit Anbeginn und lebt recht gut damit.
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